Wednesday, January 23, 2008

Der besondere Beitrag des Nordelbischen Missionszentrums in Hamburg zu den Veruntreuungen und der „Kunst des Stehlens“ in der Lutherischen Diözese in Makete (ELCT/SCD)

NMZ über ehemalige Mitarbeiter in Korruption und Diebstahl von Spendengeldern in Tansania verstrickt.

Laut dem ehemaligen Generalsekretär der SCD (South Central Diocese) war eine Mitarbeiterin des NMZ bis Juni 2004 als Leiterin der Finanzabteilung in der Diözese tätig. Sie hatte einen Missionarsvertrag für 4 Jahre.

Laut unabhängiger Buchprüfung für die Jahre 2003 und 2004 sind in der Diözese offensichtlich mehrere 100.000 Euro zum Großteil aus Spendengeldern, sowie aus Förderungen und Steuergeldern des Staates Tansania verschwunden.

Für die Zeit vor 2003 und nach 2004 gibt es keine verlässliche, unabhängige Buchprüfung.

Obwohl das NMZ mit anderen beteiligten Missionswerken die erste und einzige unabhängige Buchprüfung der Diözese in Makete für die Jahre 2003 und 2004 finanziert hat, bleibt die Frage im Raum stehen, warum das NMZ in der Folge anscheinend keine ausreichenden Konsequenzen gezogen hat, um die naheliegende Verwicklung der eigenen Mitarbeiterin zu untersuchen.
Diese Angestellte hat offensichtlich für Jahre die Finanzabteilung der Diözese geleitet und unter ihren Augen sind Strukturen entstanden oder aufrecht erhalten worden, welche den Abgang von großen Summen erst ermöglichten und auch zu einem völligen Stillstand aller Projekte führten. Die Probleme in der Diözese sind seit Jahren bekannt und betreffen nicht nur das Bulongwa Lutheran Hospital, das mittlerweile ohne funktionierender HIV/AIDS Klinik und ohne einen einzigen Arzt dasteht, sondern die ganze Diözese.

Über Unregelmäßigkeiten in den Jahren 2003/2004 wurden dem jetzigen Direktor und dem Afrika-Referenten des NMZ von mehreren Seiten – unter anderem von einem Tansanischen Buchprüfer (CPA – Certified Public Accountant) - wiederholt Mitteilung gemacht. Es wurde darauf nicht im Sinne einer Aufklärung reagiert.

Wohin die Gelder verschwunden sind, das ist noch immer völlig unklar und die Öffentlichkeit wurde nicht informiert.

Der jetzige Direktor des NMZ und sein Afrika-Referent haben Ihre verantwortlichen Posten beim NMZ erst nach jener Zeit bezogen, in welche die grundlegenden Entscheidungen fielen, die das korrupte Umfeld in Makete mitermöglicht haben.

Gerade deshalb stimmt nachdenklich, dass der Direktor des NMZ, der sich wissenschaftlich mit Korruption in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit beschäftigt und sein Afrika-Referent, nicht die Kraft finden, die Sache einer unabhängigen, gerichtlichen Aufklärung in Deutschland und Tansania zuzuführen. Das könnte als Weg zur Stärkung der Rechtssysteme und als Chance der Wiedergutmachung und Auffindung der Gelder dienen.

Der Afrika-Referent ist der Diözese in Makete schon länger verbunden und kennt die problematische Situation schon seit Jahren, vor allem auch durch seine früheren Projektreisen.

Kritiker wurden von NMZ - Vertretern lange Zeit negiert, später unter der jetzigen Leitung auch als Lügner bezeichnet und ihre Sprache wurde zum Problem erklärt.
Auf einer Konferenz über Korruption in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit wird nun ein Bild der Lage von der Korruption in Makete gegeben, das mit den genannten Fakten wenig zu tun hat. Das Problem der Menschenrechtsverletzungen in der Diözese wird beiseite geschoben und die Beteiligungen der NMZ - Experten an der jahrelangen gedanken- und widerstandslose Förderung, der auch nach Tansanischen Gesetzen rechtswidrigen Situation, wird ausgespart.

(Es gab in den letzen 2 Dekaden übrigens mehrere solcher konsequenzloser Treffen von Missionsvertretern aus ganz Deutschland, wo die Probleme der Korruption in eigenen Projekten auf die lange Bank geschoben wurden und die Gelder zur Finanzierung von korrupten Eliten weiterflossen.)

NMZ - Expertentum, das als Hilfe angetragen wird, fördert so die Unterminierung des mühsam auf die Beine kommenden Rechtssystems in Tansania. Dass das durch eine kirchliche Organisation geschieht, die besser als das Gesetz sein sollte, gibt wiederum sehr zu denken.

Die korrupten und kriminellen Strukturen, die durch kirchliche Entwicklungshilferessourcen gefördert wurden und über Zwischengesellschaften, wie das LMC (das LMC ist eine in Tansania offiziell nicht registrierte Gesellschaft in der die Missionssekretäre aus dem Norden bedeutenden Einfluss auf die Verteilung der Spendengelder für ganz Tansania ausüben. Anm Di. 8. Juli 2008, 9hrs44) weiter gefördert werden, haben es unter der Führung des mittlerweile abgewählten Bischofs Manyiewa ermöglicht, dass die Würde und die Gesundheit von Menschen, die gegen die Diebstähle von Geldern demonstriert haben, verletzt wurde. Tansanier wurden unter anderem um das Recht auf gute Gesundheitsfürsorge gebracht, weil die HIV/ AIDS Klinik mit Gewalt geschlossen wurde und nie wieder in der gleichen Qualität geöffnet wurde.

m Übrigen bin ich der Meinung, dass die zuständigen Missionssekretäre in Europa zurücktreten müssen und die kirchliche Finanzgebarung in Europa und Tansania vollkommen offengelegt werden muss und Verantwortliche für Diebstähle und Unterschlagungen in Tansania und in anderen Ländern zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Sunday, January 20, 2008

Im folgenden ein Artikel aus THISDAY in Tansania, er beschäftigt sich mit der Rolle, von Journalisten und die unfairen Angriffe auf diese.
http://www.thisday.co.tz/News/3339.html

Es gibt Versuche, die kritische Presse auszutrocken.

Ich denke, es ist auch allen Missionswerken schwer gefallen zu akzeptieren, dass es in Tansania eine zunehmend freiere Presse gibt. Wüssten die Werke das, dann hätten sie auf die Anfragen von Journalisten, bezüglich der Menschenrechtsvergehen und der Kriminalität in der Lutherischen Kirche in Tansania auch respektvoller reagiert und zumindest auf Fragen geantwortet, anstatt von einer Kampagne aus dem Ausland zu reden, die der Kirche schaden möchte.

Heute verstehe ich die (offensichtlich notwendige) Angst der Werke vor der Presse, weil ich weiß, wie tief manche Geber und die "Hilfe" im allgemeinen in Afrika in Korruption und vor allem in das Zudecken von Diebstahl verwickelt sind.

In den Köpfen der Sekretäre und Direktoren von NMZ und Mission Centrum eine Welt, aber auch in denen vieler Bischöfe und Kirchenleitungen in Deutschland und Österreich und vermutlich auch an anderen Orten der Welt, scheint es noch viel Raum zu geben, zu lernen, dass Presse ein wichtiger Entwicklungsfaktor ist, ein Faktor der Fairness und des Rechts (Recht auf Information, das von vielen Werken und vor allem auch von den offiziellen Vertretern der Bayrischen Landeskirche mit Füßen getreten wird, während man mich wissen läßt, dass man in der Korruptionsbekämfung sehr erfolgreich ist. Die Resultate sind zwar noch nicht zu sehen, aber man redet seit 10 Jahren und tue nun sehr viel - sehr geheimnissvoll! Ob es anderen Werken in Deutschland gelungen ist, ihre Ethikkodices durchzusetzten, das bleibt auch unklar - das Einzige was uns glauben machen würde, wären überprüfbare Berichte und unabhängige Buchprüfungen).

Transparenz, die überall als treibende Kraft zur Korruptionsbekämfung und Entwicklungsförderung gelobt wird, die fehlt noch in Kirchen und ähnlichen Organisationen. Man will sich der Kontrolle immer wieder entziehen!

Der Fall Makete ist ein Lehrbeispiel für die Notwendigkeit einer funktionierenden Presse und auch die einfachen Menschen wissen das nun. PIUMA hat nicht umsonst mit Vicky und Muhingo zwei Starjournalisten aus Tansania zu ihren besonderen Vertrauten gewählt. Es wird nie wieder so wie früher, Entwicklung passiert durch Offenheit und Wissen; aber sicher nicht durch Gebergelder, die wie in Makete in der Kriminalität enden.

Die Bayrische Mission (Centrum Mission EINE Welt), das LMC (Lutheran Mission Counsil in Tansania) und alle Beteiligten wollen offensichtlich, "der Kirche" von aussen nicht schaden - deshalb wird nicht geredet. Aha. (Die Frage bleibt, ob es nicht viel mehr um die eigenen Spender geht, die nichts erfahren sollen, damit man Schaden von den eigenen Konten abwenden kann. Ein "Schaden", unter dem die Armen vielleicht erleichtet aufatmen würden.)

Man kann verstehen! Wenn es darum geht, dass aus den eigenen Projekten offensichtlich hunderttausende, wenn nicht Millionen Euro in ganz Tansania in den Sand gesetzt oder "unvorsichtig" verwendet wurden, in den letzten Dekaden, dann ist es natürlich einen Versuch Wert, alles als Kampagne darzustellen. Man will sagen, dass es mir offensichtlich gelungen ist, die tansanische Presse zu unterlaufen und zu kontrollieren?!

In der Diskussion wird mittlerweile mehr in Frage gestellt! Die segensreichen Projekte und die positiven Veränderungen durch die Missionsarbeit der letzten 50 Jahre, die lassen sich nicht festmachen, sind nicht dokumentiert, nicht quantifizierbar, Rückfragen über Gelder wären Vertrauensbruch.

Über den "Vertrauesnbruch" muss man nun "sprechen". Dzu gibt es neuerdings Seminare der Kirchen und man liest das in Artikeln, das wird als wissenschaftliche Auseinandersetzung bezeichnet. Es wird so wohl noch weitere Jahrzehnte und viel Umfragen innerhalb der Werke und Missionsuniversitäten dauern.

Ich habe den Verdacht, dass das noch immer existierende koloniale Denken dem "schwarzen Mann" (und der schwarzen Frau) offensichtlich nicht zubilligt, selbst journalistisch tätig zu sein, da muss es dann schon die Kampagne eines weißen Doktors aus dem Ausland gegen die heilige Kirche sein und gegen die heiligen Missionswerke... weil er enttäuscht ist, dass "ein Projekt" gescheitert ist....

Vieles was im folgendem Artikel vorgeworfen wird, das werfen ich auch der ELCT und den Gebermissionen vor, die Menschenrechte (Recht auf Information) bleiben in den kirchlichen Werken vielfach Lippenbekenntnisse und vor allem NMZ (Hamburg), Mission EINE Welt in Bayern und die KPS (Sachsen) lassen die Öffentlichkeit in Europa und vor allem in Tansania vielfach uninformiert . Das war im Falle der Patienten im Bulongwa Krankenhaus tödlich!

Gerade deshalb bin ich im Übrigen bin ich der Meinung, dass die zuständigen Missionssekretäre in Europa zurücktreten müssen und die Finanzgebarung in Europa und Tansania vollkommen offengelegt werden muss und Verantwortliche in Tansania und in anderen Ländern zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Der Artikel aus This Day

EYE SPY: Strangling the private media in style

Adam Lusekelo, Dar es Salaam

FEW governments in the world like to be criticised. Most like to be slavishly praised. They think the media is a photo studio and a modelling session. Journalists are supposed to be praise singers. Which is a load of nonsense, of course.

Now in lawless countries, like Somalia, they simply shoot journalists who are not praise singers. They blast them with SMGs or they bomb them.

Other countries use intimidation. Like Bongo, when they threw acid at Saeed Kubenea and slashed Ndimara Tegambwage of ’MwanaHalisi’ with machetes. Their paper has been saying the truth and most government honchos hate the truth.

Other countries are more subtle. They simply bribe journalists with cushy jobs and the guys are suddenly gagged (I have kids, you know!). Subtleness does not end there. You see the media needs advertising. That’s how the show is run. Now in most countries, including Tanzania, the government is the biggest advertiser. While the government says it is strictly for a free media, it advertises in the media which says the ’right’ things about the rulers, their friends and wives.Those who say the wrong things, like exposing government thieves, find themselves attacked physically. Or the government targets them by strangling them off. The government refuses to advertise in these magazines.All you have to do is check out MwanaHalisi’s pages.

No government advertising! Check out the pages of ThisDay. No advertising! This is no accident.

The idea is to strangle them in favour of PR style media.

Stuff like some ruler saying that he won’t tolerate corruption or some other ruler saying that people should work till they drop while he and his buddies are having fun. A totally warped misconception of what the media is all about.

The Prez, Jack Mrisho has just told his 32 ambassadors meeting in Zanzibar to show off abroad on how pretty we are: democracy, human rights and good governance, including observing and fighting corruption. Sure. But is the deliberate withholding advertising from the sections of media which expose government corruption or have a different opinion, good governance? Me thinks not. That is also a kind of intimidation. The ambassadors should also know those shortcomings. I buy and read these papers because they have something to say about our beloved Bongo.

If some government honcho does not like what these papers write they can always go to the courts if the writings are a pack of lies. Or go and jump into the nearest lake. You see there is a dictator in a lot of us. If you want to see who someone really is, just give him or her some power.

You will be really surprised. Few remain modest, most become monsters.

So there are some monsters out there in government who would love to strangle those papers and see them die. But those times are now gone forever. Lies from anyone will be called just that � lies! Robbery in the government or anywhere will be called just like it is � robbery! Good governance? Then let’s stop intimidating each other and play fair!

Mbwene2@yahoo.com

Saturday, January 19, 2008

Man kann mir über diesen Blog nun auch mailen, ich habe diese Möglichkeit nun auch in meinem Profil eingerichtet und werde alle Mails, die ich so erhalte vertraulich behandeln und nicht veröffentlichen, wie ich das mit den Blogeinträgen immer wieder tue.
Es würde mich freuen, wenn das zu erhöhtem Informationsfluss, weniger Gerüchten und Flaschinformationen, die vor allem von der Tanzanischen Kirche und Missionswerken zirkuliert wird und zu mehr Fairness in der Entwicklungszusammenarbeit führen würde.

Tuesday, January 15, 2008

"Es gab und gibt immer Hilfe für das folgsame Land und es wird immer schlimmer, alles erstickt in der Hilfe und jede Idee und jede Freude zu schaffen und selbst Probleme zu lösen wird zugebuttert mit Geldscheinen.

Mit Geldscheinen der Viel Große Hilfe der Welt (VGHW), die dann zu großen Teilen irgendwo landen, nur nicht beim abgemachten Zweck und schon gar nicht bei den Dünnen.

Aber das stört keinen, denn alle, außer den Dünnen profitieren. Die Dünnen werden immer dünner und die Stimmen immer leiser, so sie überhaupt je eine hatten, aber die Fotos von ihnen werden immer besser und immer herzerweichender - das wirkt.

'Sie sind die abgestochenen, gesichtslosen und verhungernden Massen aus den Geschichtsbüchern, das ist ihre Rolle – gäbe es keine Schriftsteller oder Journalisten, keine Beobachter der kleinen Leute, dann wären sie komplett auf die stille Rolle der Massenleidenden und Unpersönlichen reduziert',

Das Foto wirkt vor allem auf die kleinen Spender am Anfang der Kette, denen die weit entfernten Dünnen leid tun. Die bekommen vom nächsten Glied in der Kette bestätigt, dass Sie den ganz Dünnen helfen würden, wenn sie ihnen Geld gäben – es gibt ja Fotos, die das belegen, das reiche."

Sunday, January 13, 2008

Ein sehr interessanter Artikel aus dem "Neuen Deutschland" vom 24.12.2007

Abzurufen unter http://www.neues-deutschland.de/artikel/121396.html?sstr=entwicklungshilfe


Wirtschaft/Soziales / Seite 10:

"Besinnung über Entwicklungshilfe


Podiumsdiskussion über Nutzen und Schaden von massenhaftem Spenden fürAfrika"

schreibt Herr Thomas Klatt einen - meiner Meinung nach - sehr guten Artikel zum Thema Entwicklungshilfe, der sich wie der Beginn einer Beschreibung der Grundlagen zu den Spendengeldskandalen und zur Erziehung der korrupten Eliten in Makete durch kirchliche "Entwicklungshilfe" liest:

"Immer wieder flammt Kritik auf, dass die »Projektitis« der Hilfsorganisationen nicht nachhaltig ist, stattdessen eine kleine korrupte Elite in den Entwicklungsländern finanziert und die eigene »Spenden-Industrie« am Leben erhält."

Schlag nach beim NMZ in Hamburg, beim Centrum Mission EINE Welt in Bayern (Bayrische Mission) oder der KPS in Magdeburg, die in den letzen Jahren laut Unterlagen aus der Diözese alleine in Makete hunderttausende Euro in die "Ausbildung" korrupter Eliten "investiert" haben!

Die von jenen Werken angegebenen Projekte sind fast alle so gut wie nicht existent, das einzig wirklich Funktionierende, sind die teuren Geländewägen der Kirchenfürsten. Auf Homepages, Veranstaltungen und Aussendungen wird immer weiter zu Spenden aufgerufen. Deren richtige Verwendung kann dann offensichtlich nicht belegt werden. Dieses "Problem" wird aber dann nicht "beworben" oder den Spendern öffentlich mitgeteilt, es gibt KEINE Transparenz.

Eine sehr positive Ausnahmeerscheinung ist die Lutherische Kirche in der Schweiz, deren HKES mit dem Spendenskandal eines Partners in den eigenen Reihen erfrischend offen und konsequent unmgeht. Dabei kann der zitierte Fall nicht mit jener weit tiefer gehenden systemsiche Korruption der Kirche in Tanzania verglichen werden, die sich in jahrelanger Kooperation mit den unterstützenden Partnermissionen entwickelt hat.

Ich habe über denn Fall im Niger und die Reaktion der HKES berichtet (http://rainerbrandl.blogspot.com/2007/12/ein-sehr-positives-beispiel-aus-der.html).

Auskünfte über die Verwendung der Gelder sind von den Missionen die in Tansania tätig sind und die in der Lutheran Mission Cooperation (LMC) zusammengeschlossen sind, nicht zu bekommen. Große Aufregung und Klage, dass überhaupt nachgefragt wird.


Steuerlich absetzbare Eliten- und Korruptionsfinanzierung und Arbeitsplatzbeschaffung für Kirchenmitarbeiter in Europa - inklusiver jährlicher Projektreisen für die zuständigen Sekretäre? Das ist der Eindruck der hier entsteht.

Weiters heißt es im Artikel des "Neuen Deutschland":

"Für den Bonner Politikwissenschaftler Dirk Messner ist längst nicht jede Entwicklungshilfe sinnvoll. Oft bewirke ein Zuviel des Guten sogar Gegenteiliges. In Tansania gebe es über 40 bi- und multilaterale staatliche Akteure, die allein das Gesundheitssystem mitbewegen und reformieren wollten. »Wir schaden durch Missionen, die dort einreisen und alles Mögliche evaluieren wollen. Die eine Mission kommt mit einer Dezentralisierungs-Strategie, die andere mit einer Hierarchisierungs-Strategie. Das führt zur Unterminierung von ›Good-Governance‹-Strukturen.«"

Herr Dirk Messner aus Bonn trifft den Nagel auf den Kopf!

Tansania scheint da ein sehr gutes Beispiel zu sein! Mehrmals im Jahr kamen ausländische Experten der Lutherischen Kirche ins Bulongwa Krankenhaus und berichteten über Konzepte, unterrichteten und schlugen vor, meistens auch nur ohne eine Frage an die Zielgruppe und nach deren Bedürfnissen zu stellen.

Mit Zielgruppe meine ich hier NICHT die lokalen Eliten, die von den Geldern der Geber profitieren und alles akzeptieren und tun, um diese glücklich zu machen und die oft erstaunliche Gaben entwickelt haben, um vorzugeben das zu tun, was die Geber glücklich macht bzw. was in deren Projektkriterien festgeschrieben steht. Mit Zielgruppe meine ich hier die Community und im Fall der Gesundheitssysteme, die Patienten.

Staatliche Konzepte sind in Tanzania kaum vorhanden bzw. ändern sich ständig mit der Größe der Gaben und folgen den Wünschen ("Vorschlägen") der Geber, klare Konzepte...?

"Oftmals herrsche im Westen die irrige Vorstellung, als sei lediglich die Höhe der Spendensumme für einen erfolgreichen Entwicklungsprozess verantwortlich, so Messner. Die Forderung nach Verdoppelung des Entwicklungshilfeetats sei aber absurd, wenn man nicht genau sage, was man mit dem Geld machen wolle."

Aussagen von ELCT und Missionswerken (Geber) beim Spendensammeln, wo fast immer die Armut, das schlechte Gewissen und die Suche nach mehr finanziellen Mitteln im Mittelpunkt stehen, lassen sich aus meinem Erleben hier als gute Beispiele für diese Absurdität ausmachen und sind auf den Homepages und Aussendungen der Werke immer wieder zu finden. Im Fall der Luthersichen Kirche in Tansania (ELCT) führen mehr Gelder offensichtlich vor allem dazu, dass immer mehr Geld in den schwarzen Löchern der Korruption verschwindet und so ein Beitrag zu den mächtigen korrupten Eliten des Landes geleistet wurde.

Ausser Entrüstung darüber, dass dieses Thema angesprochen wird und der ständigen Ausgrenzung und Verunglimpfung jener, die dieses Problem thematisieren, sowie die Schaffung neuer Jobs für Medienberater und neue Pressestrategien, haben viele betroffenen Organisationen offensichtlich keine faktisch begründeten Diskussionsbeiträge zu liefern.

Es scheint zum Beispiel bei NMZ, Mission EINE Welt, KPS nichtmal ausreichende Aufzeichungen über die richtige Verwendung der Gelder zu geben: Obwohl das eine selbstkritische, offene Diskussion, welche über Selbstlob und der Beschuldigungen von Kritikern hinausgeht, erst ermöglichen würde.

Solche Aufzeichnungen würden es zum Beispiel den Missionswerken in Hamburg oder Bayern auch ermöglichen, auf unabhängige Buchprüfungsunterlagen aus Tanzania, die in einer deutliche Sprache von Diebstahl und Unterschlagung sprechen, zu reagieren und mit den lokalen Behörden und Systemen (Polizei, Gerichtsbarkeit) zusammenzuarbeiten und Diebstähle zu bestätigen oder aber auch zu Unrecht Beschuldigte zu schützen.

Am Mittwoch den 15.11.2006 16:03, erreicht mich als Beispiel folgendes Mail von einem Vertreter der Kirchenprovinz Sachsen (KPS). Das passiert zu einem Zeitpunkt, als die Finanzskandale (aus den Jahren 2003/2004) in Makete/ELCT bereits seit 10 Monaten durch externe Buchprüfungen belegt waren. Die Überweisung der Gelder durch die Missionen fand offensichtlich schon Jahre zuvor statt.


Das Mail spricht für sich selbst:

"Lieber Rainer,

ich habe jetzt endlich einmal versucht, mir nach der Aktenlage ein Bild zu machen, wo welches Geld von der KPS eigentlich hingebucht worden ist, um exakt sagen zu können, wieviel ich theoretisch von der SCD (Anm.: Die Südzentraldiözese, die die Skandale zu verantworten hat) zurückfordern kann, bzw. als "unreported" bzw. unterschlagen oder mißbraucht abzuschreiben habe. Erstes Ergebnis: Ich hatte nicht gedacht, dass es so schwierig ist und so lange dauert! Es ist auch wirklich sehr kompliziert, da das Geld ja über den LMC gegangen ist, und ich kaum Unterlagen darüber habe, warum vom LMC auf welcher Grundlage Buchungen auf die SCD Konten gemacht worden sind.

(Anmerkung: Diese Aussage mag verwundern, da der Schreiber des Mails im LMC selbst mit Sitz und Stimme vertreten ist, wie auch die Vertreter der anderen Missionswerke, die zum Teil an führender Position im LMC sitzen - ausserdem zeigt sich, dass die Werke offensichtlich ohne Abmachungen und ohne Überprüfugen Gelder überweisen)

Dazu kommt, dass die Abkürzungen alle so ähnlich aussehen und mir öfter mal Bezeichnungs- oder Zuordnungsfehler passierten. (Die Komplikationen und das Problem der Zeitkapizitäten mag ein Grund auch meiner Kollegen sein, nicht einfach mit Zahlen rauszurücken. Es ist eben sehr kompliziert, einen Verlust oder eine Unterschlagung dingfest zu machen. Im Grunde genommen kann ich das nach eineinhalb Tagen Recherche auch noch nicht!)"



Weiters heißt es in dem Artikel aus dem Neuen Deutschland:

"Noch radikaler ist die Kritik aus Afrika selbst. So sagt James Shikwati, Gründer und geschäftsführender Direktor des »Inter Region Economic Network«, einer unabhängigen markt- und sozialwirtschaftlichen Forschungsorganisation in Nairobi: »Die Entwicklungshilfe unterminiert das Selbstbewusstsein der Menschen und macht sie zu untätigen Almosenempfängern. Stoppt die Entwicklungshilfe, denn sie hat Afrika in den letzten Jahrzehnten mehr geschadet als geholfen!« Shikwati weist darauf hin, dass Afrika kein armer Kontinent sei, sondern reich an Natur, Kultur und Bodenschätzen. Mit der Entwicklungshilfe würden sich die Geber zuerst den Zugriff darauf sichern. »Es ist eine Art stiller Erpressung.« Statt mit Spendengeldern zu rechnen, sollten die Afrikaner etwa durch höhere Steuern dazu motiviert werden, mehr Politikbewusstsein zu entwickeln und ihre Regierungen in Verantwortung für bessere Schul- und Gesundheitssysteme zu nehmen."

Ich möchte hier nochmals auf den Eintrag von Vicky Ntetema, meiner guten Freundin und Bürochefin der BBC in Dar es Salaam hinweisen, die eine sehr ähnliche Meinung wie James Shikwati vertritt und auch die Einstellung der Überweisung von Geldern verlangt, Tuesday, November 27, 2007


http://rainerbrandl.blogspot.com/2007_11_01_archive.html.

Auffällig ist hier, dass jene Werke, die in Makete seit Jahren zum Teil aktiv und durch ihre Mitarbeiter vor Ort (NMZ) offensichtlich teilweise auch selbst unmittelbar an den Betügereien beteiligt waren oder die ZUMINDEST in ihrem Verantwortungsbereich gelegen waren (eine NMZ Mitarbeiterin war in den Jahren 2003/2004 Treasurer in der Diözese), auf die Sorgen anfragender Afrikaner in der Regel nicht zurückkommen und jede Mitverantwortung für die traurige Situation vor Ort abstreiten.

Vor allem den Direktoren der Werke in Hamburg und Bayern sowie deren Bischöfen und Referenten, scheint nicht bewußt zu sein, dass die milden Gaben der "Entwicklungshilfe", die offensichtlich SEHR OFT in der Unterstützung korrupter Kircheneliten und deren Netzwerken enden, sowie die Veruntreung der ihnen übergebenen Spendengelder und die fehlende Information gegenüber den Spendern, auch in ihrere Verantwortung liegen.


Die Tansanische Presse ist voll von Artikeln über Korruption der lokalen Eliten in Poltitik, der Beamtenschaft und der Religionsgemeinschaften, inklusive der Lutherischen Kirche (ELCT) und auch über Skandale mit internationalen Verwicklungen wird häufig berichtet.
In den Aussendungen der Missionswerke wird dieser journalistische Aufbruch der afrikanischen Zivilgesellschaft nicht, oder nur sehr verschämt weitertransportiert! Man erklärt dem eigenen Spender- und Kirchenvolk nur, was man sehen will und manchmal endet das sogar im Erzeugen von simplen Vorurteilen zum Beispiel durch Vertreter der Bayrischen Landeskirche (es wird dort suggeriert, dass der Moslempräsident Kikwete Schuld wäre, an der ach so traurigen Lage in Tansania, wie es Verteter der Bayrischen Landeskirche in Zeitungsartikeln an die Öffentlichkeit transportieren und die Landeskirche schweigt dazu - auch Herr Bischof Friedrich). Dabei gäbe es - nach noch zu erledigender Korruptions- und Kriminalitätsbekämpfung in den eigenen Reihen - sehr viel Raum für Solidaritätsarbeit und der Unterstützung von Systemen in Tansania, welche Korruption bekämpfen und sich korrekt und ethischen Richtlinien folgend verhalten. Ich verweise hier auf die großen internationalen Skandale um Banken, Energieversorgung, Waffengeschäfte, HIV/AIDS Labor Geräte und vor allem die Menschnrechtsvergehen durch Bischöfe der Partnerkirche, die Zeitungen in Tanzania sind voll davon! Die Pressespiegel der Werke sind über die wirklich interessanten Probleme und Diskussionen in den Partnerländern offensichtlich schon ein bisserl blind geworden (nur für den internen Gebrauch). Die Kirchen hätten hier ein weites Aufgabengebiet, was aber nur auf der Basis der eigenen gelebten Sauberkeit und einer klaren Ethik möglich wäre. Das ist zur Zeit nicht zu erkennen. Jede Anklage der ELCT in Tansania gegen Korruption fällt letztlich auf diese Kirche selbst zurück. Ordentliche Finanzabschlüsse können nicht vorgelegt werden.

Vicky Ntetema im O-Ton:

"It will be a great achievement in the history of mankind and a service to the downtrodden if the media in Tanzania and the West could work together to demand accountability from the multinational giants and faith based organization who continue to “fatten the bellies of the minority selfish and corrupt elements” with the taxpayer’s money and the contribution from the pensioners’ who want to help the destitute but whose financial assistance does not reach the intended.

Let’s start a “NO ACCOUNTABILITY NO FUNDS” campaign. We need to send this massage to all the donors, church and the public explaining why the media has reached that decision."

Dirk Messner wird im Artikel aus dem Neuen Deutschland weiters zitiert:

"Entwicklungshilfe ganz zu streichen, so weit würde Dirk Messner nicht gehen. Aber, fügt er hinzu, man sollte nur Regierungen und Institutionen unterstützen, die ver-antwortungsvoll mit Geld umgehen."

PIUMA, tansanische Medien, ausländische und lokale Mitarbeiter sowie aufrechte Vertreter der lokalen Kirche, wurden und werden von den Gebern im Falle der ELCT im gesamten und Makete im besonderen nicht unterstützt oder sogar bekämft. Es werden im LMC weiter Budgets entwickelt, wo wiederum nicht sichergestellt werden kann, dass keine korrupte Kircheneliten unterstützen werden. Die nachhaltigen Erfolge der kirchlichen Arbeit in Tansania für die Förderung von Entwicklung und die richtige Verwendung der Spendengelder können vielfach nicht belegt werden.

"Gerade viele ressourcenreiche Staaten in Afrika seien erfolglos in der Armutsbekämpfung, weil die dortigen Eliten ihr Überleben allein durch direkten Rohstoff-Export absichern und sich nicht mehr um die Entwicklung ihrer Länder kümmerten. »Entwicklungspolitik sollte ressourcenreichen Ländern mit unverantwortlichen Regierungen kein zusätzliches Geld überweisen, weil das nur deren Devisenstand erhöht und das Geld anschließend ins Ausland transferiert wird«, sagt Messner.
Afrika ist bunt, vielfältig und ideenreich. In Deutschland aber vermitteln zahlreiche Hilfsorganisationen nur das Bild hungernder und hilfsbedürftiger Kinder, kritisiert der Entwicklungsexperte. Paternalistische Bevormundung – reicher wissender Weißer hilft armen unwissenden Schwarzen – sollte der Vergangenheit angehören."

Messner spricht mir aus der Seele und vermutlich auch aus der Seele vieler meiner afrikanischen Freunde. Ihre Beiträge werden von den Gebern in der Kirche immer wieder negiert und nicht einmal inoriert - passen nichts in Konzept? - Messner endet mit:

"Der schwarze Kontinent müsse als Wirtschaftspartner in den Blick genommen werden. »Die Chinesen machen vor, wie man durch Betonung ökonomischer Interessen afrikanische Partner dort abholt, wo sie sich selber sehen.«"

Chinesen: Sehr effektive Entwicklungsförderung, aber leider oft ohne Bedachtnahme auf Menschenrechte.

Andereseits: Die hochgelobten Menschenrechte sind Gebern wie dem NMZ, der Mission in Bayern (inklusive der informierten Landeskirche, die sich schützend vor die Missionswerke stellt) sowie der KPS offensichtlich auch nicht wichtig. Das wird gezeigt indem Spendengelder immer wieder korrupten Eliten zur Verfügung gestellt werden bevor die alten Kriminalfälle gelöst werden.
Diese Eliten, deren Macht nicht auf christlicher Ethik sondern der faktischen Macht des Geldes beruht, die fahren dann fort Menschenrechte von Patienten, Armen und auch Mitarbeitern zu brechen.

Also lieber mit "den Chinesen", die machen Business, ohne durch unfaire Ausschüttung von Geldern lokale Wirtschaftsstrukturen noch zusätzlich zu zerstören, wie es die Kirchen und ihre Geber tun!

Auch deshalb bin ich im übrigen der Meinung, dass die zuständigen Missionssekretäre in Europa zurücktreten müssen und die Finanzgebarung in Europa und Tansania vollkommen offengelegt werden muss und Verantwortliche in Tansania und in anderen Ländern zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

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